Die VHV Kfz-Versicherung kann einen Vertrag aus verschiedenen Gründen kündigen – etwa zum Ablauf des Versicherungsjahres, nach einem Schadenereignis, bei Nichtzahlung des Folgebeitrags, bei Pflichtverletzungen beim Gebrauch des Fahrzeugs, bei geänderter Verwendung sowie bei Veräußerung oder Zwangsversteigerung. Hier erfahren Sie, welche Fristen jeweils gelten und wann die Kündigung wirksam wird.
1. Kündigung zum Ablauf
Wir können den Vertrag zum Ablauf des Versicherungsjahres kündigen. Die Kündigung ist nur wirksam, wenn sie Ihnen spätestens einen Monat vor Ablauf zugeht.
2. Kündigung des vorläufigen Versicherungsschutzes
Wir sind berechtigt, einen vorläufigen Versicherungsschutz zu kündigen. Die Kündigung wird nach Ablauf von zwei Wochen nach ihrem Zugang bei Ihnen wirksam.
3. Kündigung nach einem Schadenereignis
Nach dem Eintritt eines Schadenereignisses können wir den Vertrag kündigen. Die Kündigung muss Ihnen zugehen:
- innerhalb eines Monats nach Beendigung der Verhandlungen über die Entschädigung, oder
- innerhalb eines Monats, nachdem wir in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung unsere Leistungspflicht anerkannt oder zu Unrecht abgelehnt haben.
Das gleiche gilt, wenn wir Ihnen in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung die Weisung erteilen, es über den Anspruch des Dritten zu einem Rechtsstreit kommen zu lassen. Außerdem können wir in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung den Vertrag bis zum Ablauf eines Monats seit der Rechtskraft des im Rechtsstreit mit dem Dritten ergangenen Urteils kündigen.
Unsere Kündigung wird einen Monat nach ihrem Zugang bei Ihnen wirksam.
4. Kündigung bei Nichtzahlung des Folgebeitrags
Haben Sie einen ausstehenden Folgebeitrag zuzüglich Kosten und Zinsen trotz unserer Zahlungsaufforderung nicht innerhalb der zweiwöchigen Frist gezahlt, können wir den Vertrag mit sofortiger Wirkung kündigen. Unsere Kündigung wird unwirksam, wenn Sie diese Beträge innerhalb eines Monats ab Zugang der Kündigung zahlen.
5. Kündigung bei Verletzung Ihrer Pflichten bei Gebrauch des Fahrzeugs
Haben Sie eine Ihrer Pflichten bei Gebrauch des Fahrzeugs verletzt, können wir innerhalb eines Monats, nachdem wir von der Pflichtverletzung Kenntnis erlangt haben, den Vertrag mit sofortiger Wirkung kündigen. Dies gilt nicht, wenn Sie nachweisen, dass Sie die Pflicht weder vorsätzlich noch grob fahrlässig verletzt haben.
6. Kündigung bei geänderter Verwendung des Fahrzeugs
Ändert sich die Art oder Verwendung des Fahrzeugs, können wir den Vertrag mit sofortiger Wirkung kündigen. Beruht die Veränderung auf leichter Fahrlässigkeit, wird die Kündigung nach Ablauf von einem Monat nach ihrem Zugang bei Ihnen wirksam.
7. Kündigung bei Veräußerung oder Zwangsversteigerung des Fahrzeugs
Bei Veräußerung oder Zwangsversteigerung des Fahrzeugs können wir dem Erwerber gegenüber kündigen. Wir haben die Kündigung innerhalb eines Monats ab dem Zeitpunkt auszusprechen, zu dem wir von der Veräußerung oder Zwangsversteigerung Kenntnis erlangt haben. Unsere Kündigung wird einen Monat nach ihrem Zugang beim Erwerber wirksam.
Was bedeutet das konkret?
Nicht nur Sie als Versicherungsnehmer, sondern auch der Versicherer kann den Kfz-Vertrag beenden. Dafür gibt es festgelegte Anlässe – zum Beispiel das Ende des Versicherungsjahres, ein eingetretener Schaden, ausbleibende Beitragszahlungen, eine verletzte Pflicht beim Gebrauch des Fahrzeugs, eine geänderte Nutzung oder ein Verkauf. Für jeden dieser Anlässe gelten bestimmte Fristen, ab wann eine Kündigung ausgesprochen werden muss und wann sie wirksam wird.
Häufige Fragen
Bis wann muss eine Kündigung zum Ablauf zugehen?
Die Kündigung zum Ablauf des Versicherungsjahres ist nur wirksam, wenn sie Ihnen spätestens einen Monat vor Ablauf zugeht.
Kann der Versicherer nach einem Schaden kündigen?
Ja. Nach dem Eintritt eines Schadenereignisses kann der Vertrag gekündigt werden. Die Kündigung muss innerhalb eines Monats nach Beendigung der Verhandlungen über die Entschädigung oder nach Anerkennung bzw. zu Unrecht erfolgter Ablehnung der Leistungspflicht zugehen. Sie wird einen Monat nach ihrem Zugang bei Ihnen wirksam.
Was passiert bei Nichtzahlung des Folgebeitrags?
Wird ein ausstehender Folgebeitrag zuzüglich Kosten und Zinsen trotz Zahlungsaufforderung nicht innerhalb der zweiwöchigen Frist gezahlt, kann der Vertrag mit sofortiger Wirkung gekündigt werden. Die Kündigung wird unwirksam, wenn Sie diese Beträge innerhalb eines Monats ab Zugang der Kündigung zahlen.
Was gilt bei Verkauf oder Zwangsversteigerung des Fahrzeugs?
Bei Veräußerung oder Zwangsversteigerung kann dem Erwerber gegenüber gekündigt werden. Die Kündigung muss innerhalb eines Monats ab Kenntnis der Veräußerung oder Zwangsversteigerung ausgesprochen werden und wird einen Monat nach ihrem Zugang beim Erwerber wirksam.
Wann kann bei einer Pflichtverletzung gekündigt werden?
Bei einer verletzten Pflicht beim Gebrauch des Fahrzeugs kann der Vertrag innerhalb eines Monats nach Kenntnis der Pflichtverletzung mit sofortiger Wirkung gekündigt werden. Dies gilt nicht, wenn Sie nachweisen, dass Sie die Pflicht weder vorsätzlich noch grob fahrlässig verletzt haben.